JUX Produkt: Die selbststartende Linux CD
Beginnend mit Februar 2003 hat das gesamte Jahr
über sukzessive die Arbeit an einer selbststartenden Linux-CD
stattgefunden. Diese Art von Linux-CDs setzen keine Installation des
Betriebssystemes voraus, sondern erlauben es, Linux einfach mal
zwischendurch auszuprobieren. Sie sind somit ein sehr gutes Werkzeug,
um
sich erstmal in einer neuen Bedienungs-Umgebung zu orientieren.
Von der Idee bis hin zur Produktion waren viele
Entwicklungsschritte notwendig. Über den gesamten
Entwicklungszeitraum hindurch diente uns die offene JUX-Community als
Umgebung, in der Problemstellungen diskutiert wurden. Die
TeilnehmerInnen dieser Gruppe wurden im Jahr zuvor angefragt, ob sie
Interesse hätten, mit ihrer Expertise dem Projekt JUX in seinen
einzelnen Vorhaben zur Verfügung zu stehen. Mittlerweile gibt es
40 SubskribentInnen, die über einen Emailverteiler verbunden an
dem Projekt mitgestalten können. Natürlich gibt es mehr und
weniger Aktive in dieser Gruppe, allgemein aber kann man sagen, dass
sich diese Konstellation bewährt hat und viele auch sehr
schwierige Fragen in dieser Gruppe erfolgreich behandelt wurden.
Zu Beginn der Entwicklung unserer CD hat sich
herausgestellt, dass es neben der Mailingliste auch eine weitere
webbasierende Möglichkeit geben musste, um Vorschläge zur CD
Gestaltung einbringen zu können. Wir haben dazu eine
"Wiki"-Oberfläche mit einer Möglichkeit zur Authentifizierung
eingesetzt. Wiki ist ein Tool, dass es allen - oder eben nur einer
bestimmten Gruppe von Leuten - erlaubt, kollaborativ an einer Website
zu arbeiten. Primär ging es uns dabei darum, dass freiwillige
HelferInnen unsere Rahmenvorgaben für die Zusammenstellung der
Linux-CD erweitern konnten. Die entsprechende Website ist permanent
für alle zugänglich und jedeR kann somit jederzeit aktuelle
Informationen über den Entwicklungsstand der CD einholen. Das Wiki
ein kostenfreies Open Source-Produkt ist, sei hier noch zu
erwähnen.
Als die Werkzeuge eingerichtet waren, ging es darum,
Programme nach unterschiedlichen Kritierien zu evaluieren. In
technischer Hinsicht war die Möglichkeit einer Paketinstallation
und ein stabiles Funktionieren wichtig. Intuitive
Bedienungsmöglichkeit für die spezifische Zielgruppe und -
bei Bedarf - das Vorhandensein von Dokumentation waren ausschlaggebend
in Bezug auf die BenutzerInnenfreundlichkeit. Der paedagogische Wert
und die grafische Gestaltung waren weitere Punkte der Kriterienliste,
die für die Einbindung oder den Ausschluß des jeweiligen
Programms schlagend wurden.
Eine Vorab-Auswahl von Programmen wurde dann in einer
ersten Version der CD während der Exkursion zum Linux-Camping
getestet.
Was dann folgte, war die Arbeit an einer eindeutigen
visuellen Präsentation des Projekts. Hierbei wurde am JUX Logo
gearbeitet und versucht, dieses sowohl für digitale Umgebungen als
auch für Druck aufzubereiten. Logo und Schriftzug wurden dann in
die Website und in verschiedene Bereiche der CD eingearbeitet. Zwei
verschiedene sogenannte Splashscreens beim Starten der CD wurden
benötigt, der Schreibtisch-Hintergrund, verschiedene Icons
für die Menüführung und einige .html Seiten, die nach
dem Systemstart über die Benutzung der CD und die
unterstützenden Institutionen informierten, wurden
diesbezüglich gestaltet.
Diese Entwicklungen wurden in eine weitere Version der
CD gepackt und der Community zu Testzwecken zur Verfügung
gestellt. Einige Verbesserungsvorschläge wurden daraufhin
eingebracht und die CD noch ein paar mal mit diversen kleineren
Änderungen versehen. Ein Versionsupgrade der parallel dazu
weiterentwickelten Basissoftware der selbststartenden Linux-CD wurde im
Oktober durchgeführt und während das Finale Image der CD ein
letztes Mal von einzelnen Personen getestet wurde, blieb noch Zeit, um
rechtliche Details zu klären. Der "Verein zur Förderung
Freier Software" hat uns in dieser Hinsicht beraten und uns zur
Endbenutzer-Lizenzvereinbarung verholfen. Diese stellt sicher, dass wir
für Schäden, die durch den Einsatz der CD entstehen, nicht
haftbar gemacht werden können.